Warum hingehen
Dazu zeigt, was aus der buddhistischen Höhlenkunst wurde, als die königlichen Werkstätten der Norddynastien lokalen Stiftern und dem Volksglauben wichen. Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert meißelten Bildhauer nahe der Marktstadt Dazu an Dutzenden Stellen Klippen aus — keine abgelegenen Heiligtümer, sondern Galerien am Wegesrand, finanziert von Kaufleuten und Mönchen und dazu gedacht, von einfachen Menschen wie Comicstrips gelesen zu werden.
Das Ergebnis ist chinesische religiöse Kunst mit beiden Beinen auf dem Boden. Neben serene Buddhas gibt es Tafeln über kindliche Pietät, Trunkenheit, Viehzucht und die Qualen der Hölle — alles mit song-zeitlichem Naturalismus wiedergegeben. Die UNESCO nahm die Felsbilder 1999 auf, und sie bleiben eine der am wenigsten besuchten Welterbestätten Chinas.
- Baodingshans 31 m langer liegender Buddha, der mit halb geschlossenen Augen in das Nirwana eingeht
- Die vergoldete Avalokitesvara mit 1.007 Händen — die „Sonnenlicht“-Guanyin, deren Fächer aus Händen eine ganze Wand füllt
- Gemeißelte Erzähltafeln mit Szenen aus dem Song-Alltag: Bauern, Trunkenbolde, Eltern, Hühner
- Zwei Stunden von Chongqing mit Hochgeschwindigkeitszug und Bus — ein Tagestrip ohne Menschenmassen
Was du sehen solltest
Baodingshan, 15 km nordöstlich der Stadt Dazu, ist die wesentliche Stätte: eine U-förmige Klippe, im 13. Jahrhundert unter dem Mönch Zhao Zhifeng gestaltet. Der liegende Buddha erstreckt sich über 31 Meter entlang der unteren Wand, sein Oberkörper löst sich in eine Klippe aufsteigender Gestalten auf. Gegenüber entfaltet die tausendhändige Avalokitesvara 1.007 Arme, jeder mit einem Auge in der Handfläche, frisch neu vergoldet nach Jahren der Restaurierung. Plane 90 unbeschwerte Minuten ein und lies die Tafeln — die Höllenszenen sind stellenweise wirklich komisch.
Praktische Tipps
Mache Baodingshan zuerst, solange die Beine frisch sind; Beishan, näher an der Stadt, ist eine stillere Klippenwand aus Tang- und Song-Nischen, vor allem für Schnitzerei-Kenner ein Genuss. Guides am Eingang kosten ca. ¥150 und bringen viel, wenn du kein Chinesisch lesen kannst — die Erzählungen sind der Kern. Kombiniere den Ausflug mit der Stadt Chongqing, deren Hotpot und Flussschlucht-Ausblicke ein passendes Gegengewicht zu einem Tag mittelalterlicher Stille bilden.
Anreise
- Hochgeschwindigkeitszug von Chongqing nach Dazu Süd (ca. 40 Min), dann 30 Minuten mit Taxi oder Bus nach Baodingshan
- Direkte Touristenbusse fahren in ca. 2 Stunden von Chongqing
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Freischalten- Entstehung
- 9.–13. Jahrhundert (Tang–Song)
- Hauptwerk
- Vergoldete Avalokitesvara mit 1.007 Händen in Baodingshan
- UNESCO
- Welterbe seit 1999